Marktteilnehmer und Strukturen

Die Attraktivität des Marktes für Embedded Systems hat sehr viele unterschiedliche Teilnehmer angelockt. Durch die starke Fragmentierung von Komponenten, Bauelementen und Software drängen immer mehr Anbieter aus verschiedenen Domänen in diesen zunehmend interessanten Markt. Dabei finden sich neben multinationalen Großkonzernen auch sehr viele mittlere und kleine z.T. sehr erfolgreiche Nischenanbieter.

Große Unternehmen genießen den Vorteil ausgeprägter Marktmacht und guter Marktdurchdringung und verfügen aufgrund ihrer finanziellen und personellen Spielräume über hohe Entwicklungspotentiale. Sie sind jedoch nicht selten eher konservativ in ihrer Ausrichtung, vermeiden Innovationen zum Schutz eingeführter Produktlinien und sind unflexibel. Dadurch können sie oft schlechter auf Kunden eingehen als kleinere, beweglichere Unternehmen.

Proprietäre oder geschlossene Lösungen können zwar einzelnen Marktteilnehmern über einen gewissen Zeitraum Vorteile verschaffen, sie führen aber langfristig zu einseitigen Abhängigkeiten für den Anwender und können Innovationen verhindern. Bei der Verwendung geschlossener Lösungen zeigt sich darüber hinaus oft, dass die letzten ca. 5% eines Projektes zu individuell sind, um von der Stange gekauft werden zu können.

Dies wiederum erfordert zusätzlichen Entwicklungsaufwand, bzw. spezielle Anpassungen, die von den „Big Playern“ in der Regel nicht gerne bereitgestellt werden. So entstehen gerade auf den „letzten Metern“ Verzögerungen und Kosten, die vermeidbar wären.

Vor allem in Deutschland mit seinen im weltweiten Vergleich erstklassig ausgebildeten Ingenieuren haben sich neben den „Big Playern“ viele kleine bis mittelgroße Unternehmen entwickelt, die spezialisiertes Know-how, Technologien und Produkte im Bereich Embedded Systems anbieten. Diese KMUs bieten oft herausragende, individuelle Produkte, Lösungen und Dienstleistungen an. Sie agieren kundennah und flexibel, geraten jedoch immer mehr unter Entwicklungs-, Qualitäts- und Kostendruck. Durch ihre Beweglichkeit und innovative Ausrichtung wiederum können sie aber in einer engen Kundenbeziehung eher auf Kunden mit besonderen Ansprüchen eingehen und individuell angepasste Lösungen in geringeren Stückzahlen liefern.

Oft werden in diesen Unternehmen offene Technologien favorisiert, da sie flexibel anpassbar sind und so das spezifische Einsatzprofil exakt erfüllt werden kann. So können über den gesamten Produktlebenszyklus und darüber hinaus Innovationen erheblich einfacher eingeführt werden.